Samstag, 19.10.2019 22:35 Uhr

19. Köhler- und Schwämmklopferfest in Neustadt a.R.

Verantwortlicher Autor: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Neustadt a.R., 25.07.2019, 06:21 Uhr
Presse-Ressort von: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Bericht 5343x gelesen
Das Volksfest zum Pilz
Das Volksfest zum Pilz   Bild: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle

Neustadt a.R. [ENA] Vom 19. bis 21. Juli fand das Volksfest zum "Zunderschwamm" in Neustadt a.R. statt. Ein Volksfest, zum Pilz "Zunderschwamm" - der Wegbegleiter der Menschheit in ihrer Evolutionsgeschichte. Das Rennsteigmuseum erweckt das Kulturgut "Zunderschwamm" jährlich zum Leben.

Es ist und bleibt die Einmaligkeit, mit diesem Volksfest die Fertigungstechnologie der Vergangenheit zur Herstellung des Zunders konkret zu demonstrieren. Der Zunder, der seit der Steinzeit das Feuermachen ermöglichte, war bis in das späte 19.Jahrhundert in jedem Haushalt zu finden. Der Wegbegleiter der Menschheit in seiner Evolutionsgeschichte. In Neustadt war die Produktion des Zunders zu Hause. Das Museum verwaltet nicht nur dieses Kulturgut, sondern erweckt es mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern zum Leben. Die Schwämmklopfer, in ihrer grünen Bekleidung, kochen den Zunderschwamm in einem großen Kessel, um danach durch das "Kopfen" Zunder herzustellen. Selbstverständlich wurde gezeigt, die man durch das Funkenschlagen, Feuer macht.

Das Rennsteigmuseum hat die Geschichte um den Zunderschwamm in seiner Obhut.
Herr Kastner (rechts) eröffnet und übergibt das Projekt "Mediale Wissensvermittlung" der Öffentlichkeit.
Touchscreen-Monitore geben detailliert Informationen.

Diesmal gab es aber noch die Premiere der "Medialen Wissensvermittlung". Im Rennsteigmuseum wird nunmehr mit der Digitaltechnik anschaulich und themenbezogen über 7 Touchscreen-Monitore das ergänzende Wissen vermittelt. Es ist eine gelungene Synthese von Vergangenheit mit den vielfältigsten Ausstellungsstücken und Dokumenten sowie der Gegenwart, auch mit den Hinweisen geschichtsträchtiger Orte und Bauten, sowie der Wanderwege. Ein Museum, das lebt und Impulse aussenden kann. Ganz in diesem Sinne haben die Schwämmklopfer auf dem Festplatz den interessierten Besuchern gezeigt, wie dieser Zunderschwamm produziert wurde - die Vermittlung des konkreten Wissens.

Im Kessel wird der Zunderschwamm zuerst gekocht.
Danach erfolgt das Schwämmklopfen zum Zunder.
Auch das Interesse der Kinder ist am Schwämmklopfen groß.

Eine weitere Neuigkeit bestand darin, dass der Bogen von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gespannt wurde. Das Forschungsinstitut Biopol e.V. steht für das Zuhause des Zunderschwamms, wenn es um die Erforschung der Inhaltsstoffe geht und deren Anwendung als innovative Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen. Die Aussage des Forschungsinstitutes ist klar und eindeutig: der Zunderschwamm hat als nachwachsender Rohstoff klare Perspektiven für die Gesundheits- und Kreativwirtschaft. Die enge Zusammenarbeit zwischen Museum als Quelle des Wissens einerseits und der praxisorientierten Forschung andererseits, wird als Schlüssel des Erfolgs gewertet.

Die handwerkliche Kunst zur Verarbeitung des Zunderschwamms demonstriert Herr Schaub.
Im Museum sind ebenfalls seine Exponate zu sehen. Herr Schaub (links) erläutert Frau Knorr die Exoponate.
Die Sammler der besten Pilzexponate werden mit Urkunden und Pokale geehrt.

Es ist schon eine feste Tradition, dass Herr Hans Schaub seine handwerlichen Produkte präsentiert, die er aus dem Zunderschwamm produzieren kann. Umfangreiches Wissen zum Zunderschwamm, gepaart mit einmaligen handwerklichen Fähigkeiten produziert Herr Schaub Trinkbecher, Schalen und sonstigen Hausrat, die von den Besuchern achtungsvoll bewundert werden. Aber auch der Nachwuchs hatte wieder seinen festen Platz zum Zunderschwammfest. Der Jury der ehrenamtlichen Schwämmklopfer wurden 20 Pilzexponate von Kindern übergeben, von insgesamt 35. Exakt vermessen und begutachtet kamen die besten Exponate am Sonntag zur Prämierung mit Urkunde und Pokal. Ein Volksfest, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet - das Kulturgut "Zunderschwamm".

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