Samstag, 19.10.2019 21:59 Uhr

fridaysforfuture - im September - Impressionen

Verantwortlicher Autor: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Berlin, 28.09.2019, 00:56 Uhr
Presse-Ressort von: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Bericht 4129x gelesen
Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung wurde auf Transparenten vielfach
Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung wurde auf Transparenten vielfach "auf´s Korn" genommen..  Bild: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle

Berlin [ENA] Es glich einer Völkerwanderung, als von fast allen Straßen in Berlin Mitte die Menschen am 20.9. zum Brandenburger Tor strömten. Eine Woche später, am 27.9., war es ein Meer von Schirmen, das die beeindruckende Demonstration und Manifestation für den Klimaschutz am Invalidenplatz symbolisierte.

Es war die Breite des Klimastreiks am 20.9. mit 270.000 Teilnehmern, die eine neue Situation im "Klimastreik" charakterisierte. Es war aber auch die sehr gute Organisation, die den nachhaltigen Eindruck vermittelte, dass das Grundanliegen der fridaysforfuture - Bewegung in der Gesellschaft angekommen ist. Aber auch die internationale Dimension beeindruckte, weil in über 100 Ländern zugleich der Klimastreik durchgeführt wurde. Fakt ist und bleibt, dass durch die Jugend die Welt mobilisiert wurde, den globalen Klimawandel als Bedrohung der Menschheitsexistenz zu begreifen und das folgerichtige Handeln zur Vermeidung der Apokalypse zu fordern. Das waren auch die tragenden Elemente zum Klimastreik vor dem Brandenburger Tor.

Unterschiedlichste Akteure sahen sich in der Pflicht, sich mit ganz speziellen Mitteln das Wachrütteln der Menschheit zum Klimaschutz zu erreichen. Das Foto zeigt in einer schon etwas makaberen Demonstration, das Ende der Menschheit (siehe Foto rechts). Eine völlig andere Bewegung - SING FOR FUTURE - mobilisiert mit ihren Liedern (www.singforfuture.de). Beispiele , die sich beliebig erweitern lassen. Sie verdeutlichen den erreichten Massenstatus in der Gesellschaft zum Klimaschutz, der quer durch alle sozialen Bevölkerungsschichten geht. Der besondere Rückhalt besteht in der absoluten Solidarisierung der Wissenschaftler und Ärzteschaft, die sich auch mit ihren Statements vor dem Brandenburger Tor zu Wort meldeten.

Besonders beeindruckend war das Statement des Eckart von Hirschhausen (Bild), bekannter Vertreter von Scientists for Future. Das einfache Beispiel, dass bei einer Körpertemperatur von 41 Grad C der lebensbedrohliche Zustand erreicht ist. Die wahrscheinliche Temperaturerhöhung über 40 Grad C in den südlichen Gefilden macht darauf aufmerksam, dass es eine Massenwanderung von Süd nach Nord geben wird, um der lebensbedrohlichen Situation zu entkommen. Gleichzeitig wird damit auch aufgezeigt, dass der Energiebedarf zum einfachen Überleben bei der prognostizierten Temperatursteigerung exponential ansteigen wird. Fragwürdig dürfte sein, ob dieser Energiebedarf nur durch erneuerbare Energie abgedeckt werden könnte.

(20.9.) Ein riesige Menschenmenge am Brandenburger Tor - der Klimastreik.
Der ständige Zug der Demonstranten zum Brandenburger Tor.
Die Bewahrung unserer Erde - als eine Herzensangelegenheit.

Die Eskalation der Forderungen um durch ein weltweites schnelles politisches Handeln die Überwindung der Klimakrise zu erreichen, erzeugt offensichtlich auch Ängste bzw. eine Weltuntergangsstimmung, die nicht übersehen werden darf. Dazu kommt noch eine Art moralische Keule, die individuelle Zwänge durch Verbote und Verzicht erkennen lassen. Der Weg, der von der fridaysforfuture-Bewegung, Ortsgruppe Berlin-Lichtenberg, eingeschlagen wurde, gemeinsam mit den Politikern und den Menschen konkrete Verhaltensänderungen mit konkreten Projekten erreichen zu wollen und zu können, bleibt beispielhaft - ein guter Weg. Siehe auch: "Friday for Future - ein Bürgermeister setzt Akzente".

Es bleibt jedoch die Unzufriedenheit mit dem unzureichenden politischen Handeln, das bestätigt wird von Aussagen zum UN-Klimagipfel und den flankierend veröffentlichten Dokumenten zu den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Unzufriedenheit kennzeichnete auch die fridaysforfuture - Veranstaltung am 27.9. am Invalidenplatz, Berlin- Mitte. Im strömenden Regen war es wieder eine emotional geladene Veranstaltung mit dem Bekenntnis weiterhin Druck auf die Politiker*innen ausüben zu wollen, um Ergänzungen zum "Klimaschutzprogramm 2030" der Bundesregierung zu erreichen. Dazu rief Heinrich Strößenreuther - neue Bewegung: German sero - dazu auf, jeden Dienstag vor dem Wirtschaftsministerium zu demonstrieren.

(27.9.)Trotz Regenwetter bleibt die Bewegung
Immer wieder wird auf Moglichkeiten der Einsparung von Kohlendioxid aufmerksam gemacht.
Die Umstellung der Ernährung wird vielfach gefordert.

Eine Tatsache ist auch sehr interessant. Auf den Plakaten und Transparenten wurden immer stärker die Zusammenhänge zwischen Umwelt, Klimawandel und Friedenssicherung akzentuiert. Das betrifft auch den kausalen Zusammenhang von Umweltschutz und einer sozialen Politik. Insgesamt wurden und werden bereits jetzt die gesellschaftspolitischen Umgestaltungen unserer Gesellschaft "in statu nascendi " erkennbar.

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