Sonntag, 23.09.2018 06:31 Uhr

Ötzi - Sensationelles aus Kunst und Wissenschaft

Verantwortlicher Autor: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Berlin, 15.02.2018, 14:43 Uhr
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Auf den Spuren von Ötzi - dem Mann aus dem Eis
Auf den Spuren von Ötzi - dem Mann aus dem Eis  Bild: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle

Berlin [ENA] Es gleicht einer Sensation, die Geschichte filmisch darzustellen, die vor über 5200 Jahren gespielt haben könnte. "Der Mann aus dem Eis" von Felix Randau, mit dem Hauptdarsteller Jürgen Vogel ist zwar ein einzigartiger Blick in die Vorzeit, bleibt aber offen für Überraschungen in der Wissenschaft.

Ein wissenschaftlicher Aspekt sei aus der Fülle der Erkenntnisse zu Ötzi heraus gegriffen. So ist bekannt, dass der Ötzi an einem Lederband zwei Pilze mit sich trug. Zwei Pilze, die durch weitergehende Betrachtungen zur "Traditionellen Chinesischen Medizin" im Vergleich zum antiken Europa geradezu revolutionierende Erkenntnisse vermitteln können, wie folgende Betrachtung zeigt. Zwei Baumpilze - ein Birkenporling und ein Zunderschwamm sind es, die für die Wissenschaft den Beweis ergeben, dass der Ötzi damit sicher die älteste Reiseapotheke bei sich hatte. Es ist heute unbestritten, dass diese Pilze mit einer ausgesprochenen heilenden Charakteristik zu den Medizinalpilzen per excelence gehören.

Die Baumpilze Birkenporling (links) und der Zunderschwamm.

Und doch zählt es zu den sensationellen Erkenntnissen, dass der Birkenporling vor über 5200 Jahren speziell gegen eine Magenerkrankung eingesetzt wurde. Als Prof. Dr. Lelley mit seinem Beitrag "Suche nach der Wiege der Mykotherapie" zum 11. Berlin-Brandenburgischen Forschungssymposium den Nachweis vorbrachte, dass die Heilwirkung von Pilzen seit Jahrtausenden bekannt ist, war das schon eine gewisse Selbstverständlichkeit. Dass aber nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen an der Europäischen Akademie in Bozen es sehr wahrscheinlich sei, dass der Ötzi seine Magenschmerzen und Unwohlsein mit dem Birkenporling bekämpft haben könnte, war schon eine Sensation.

Das bedeutet, dass die Wiege der Mykotherapie, also die Anwendung von Medizinalpilzen, nicht im alten China stehen würde, sondern im antiken Europa. Betrachten wir noch den 2. Pilz , den Zunderschwamm. Dieser Pilz wurde seit der Steinzeit zum Feuermachen bis in das 19.Jahrhundert verwendet. Für Ötzi war auch dieser Pilz von existenzieller Bedeutung, jederzeit ein wärmendes Feuer entfachen zu können. Die Wissenschaft geht aber auch davon aus, dass die wundheilenden Eigenschaften des Zunderschwamms schon unseren Vorfahren bekannt waren. Ötzi hatte also nicht nur eine Reiseapotheke bei sich, sondern auch das damalige "Feuerzeug" Zunderschwamm. Über die Jahrhunderte begleiteten diese Pilze die Menschheit in Ihrer Evolutionsgeschichte.

Mit der eindeutigen Definition der Hauptbestandteile des Pilzes "Zunderschwamm" 2006/2007 im gemeinnützigen Forschungsinstitut Biopol e.V., hat der Zunderschwamm Einzug in die Gesundheits- und Kreativwirtschaft gehalten und gilt als ein zukunftsorientierter, nachwachsender Rohstoff. (www.forschungsinstitut-biopol.de). Das Rennsteig-Museum in Neustadt ist als Zentrum des Wissens um den Zunderschwamm, als ein lebendes Museum, bekannt. Jährlich wird mit dem "Schwämmklopferfest" und der Demonstration alter Fertigungstechnologien das Kulturgut "Zunderschwamm" im Juli als ein Volksfest der breiten Öffentlichkeit demonstriert. Es ist gleichsam eine Brücke vom "Mann aus dem Eis" vor 5200 Jahren in das Heute.

Zunderschwamm - der Pilz, der über 30 Jahre alt werden kann.
Der Hauptbestandteil des Zunderschwamms (zu ca.70%) ist der Beta-Glucan-Melanin-Chitin-Komplex als eine Hohlfaser.
Die Tradition der Zunderschwammverarbeitung wird durch das Rennsteigmuseum in Neustadt als Volksfest gepflegt.
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