Donnerstag, 28.03.2024 10:55 Uhr

Es steckt noch viel Energie in unserem Biomüll

Verantwortlicher Autor: Carlo Marino Rom/Freising, 15.05.2023, 10:17 Uhr
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Rom/Freising [ENA] Heute beginnt in Waldenburg der Abfallvergärungstag – eine der wichtigsten Veranstaltungen der Abfallvergärungsbranche. Erstmals seit der Corona Pandemie findet das Treffen wieder in Präsenz statt. Rund 100 Teilnehmer informieren sich in Vorträgen und bei den ausstellenden Firmen über bioökonomische Aspekte der Vergärung, die Potenziale von Gärprodukten als Torfersatz und aktuelle Entwicklungen beim Bau und Betrieb

der Biogasanlagen. Knapp 12 Mio. Tonnen organische Abfälle werden pro Jahr in Deutschland erfasst. Davon rund 5 Mio. über die Biotonne, 5,7 Mio. als Garten- und Parkabfälle und 1,1 Mio. Tonnen sind Küchen-, Kantinen- und Marktabfälle. Daraus ließen sich in Biogasanlagen rund 6,3 Terawattstunden Strom erzeugen – was dem Verbrauch von über 3 Mio. Haushalten entspricht. Tatsächlich in Biogasanlagen vergoren werden davon aber erst zwei Drittel mit einem Output von 4,4 TWh. Das restliche Drittel wird in Kompostieranlagen zu Kompost umgewandelt.

„Auch in Biogasanlagen entsteht am Ende hochwertiger Kompost“, betont der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez, „aber vorher wird noch wertvolle Energie aus den Bioabfällen gewonnen.“ Klimafreundliche, regionale und speicherbare Energie, auf die wir nicht verzichten können, ergänzt da Costa Gomez. Darüber hinaus landen noch immer fast 40% des Bioabfalls im Restmüll – und sind damit für die energetische Nutzung in Biogasanlagen verloren. In der Summe werden 2,65 TWh Strom nicht erzeugt – genug, um knapp eine Mio. Haushalte ein Jahr mit Strom zu versorgen. Die Gründe für diese „Energieverschwendung“ sind vielfältig. Mangelndes Wissen oder Desinteresse der Bürger, fehlende Biotonnen oder lange und

und aufwändige Genehmigungsauflagen beim Bau neuer Biogasanlagen. Um diese Herausforderungen geht es unter anderem beim Abfallvergärungstag – aber auch um die Bedeutung von Gärprodukten als Torfersatz. Denn die Vermeidung von Torfabbau und die Wiedervernässung unserer Moore sind ein ganz wichtiger Hebel zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen. Außerhalb Deutschlands spielt die energetische Verwertung von Bioabfällen eine noch viel wichtigere Rolle. In vielen Staaten Europas und der Welt steckt die sinnvolle Abfallverwertung noch in den Kinderschuhen.

Daher ist es wichtig, dass die EU ihre Vorgaben im Umgang mit Bioabfall erweitert und nicht nur auf die Kompostierung abzielt, sondern die energetische Nutzung durch Biogas davor schaltet.„Wir können es uns nicht länger leisten auf die wertvolle Energie aus Bioabfällen zu verzichten – das müssen die Entscheidungsträger in Deutschland und Europa begreifen und entsprechende Weichen stellen“, fordert da Costa Gomez.

Die Aktion Biotonne verfolgt das Ziel, alle Bioabfälle ohne Fremdstoffe in der Biotonne zu sammeln. Über 2 Jahre sollen Städte und Gemeinden im „Biotonnen Challenge“ begleitet werden. Die Aufgabe: Kein Plastik, Glas oder Metall in der Biotonne und die Fremdstoffquote des Bioabfalls innerhalb eines Jahres deutlich zu senken. Die Aktion Biotonne verfolgt das Ziel, alle Bioabfälle ohne Fremdstoffe in der Biotonne zu sammeln. Über 2 Jahre sollen Städte und Gemeinden im „Biotonnen Challenge“ begleitet werden. Die Aufgabe: Kein Plastik, Glas oder Metall in der Biotonne und die Fremdstoffquote des Bioabfalls innerhalb eines Jahres deutlich zu senken. Bundesweit werden die Kommunen und deren Bürger:innen ausgezeichnet, denen dies am besten gelingt.

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